Energiesparmythen unter der Lupe: Welche sind wahr, welche falsch?

    Energiesparmythen unter der Lupe: Welche sind wahr, welche falsch?

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    Das Wichtigste in 30 Sekunden

    Welche Energiesparmythen stimmen, welche stimmen nicht? Oft gibt es hierbei kein klares Richtig oder F alsch, sondern es kommt auf die individuelle Benutzung an. Duschen Sie länger als 15 bis 20 Minuten, verbraucht ein Bad vielleicht weniger Wasser. Ähnlich sieht es in der Küche aus: Je nach Gericht können Sie sich die Zeit zum Vorheizen sparen, allerdings nur bei unempfindlicheren Gerichten, die nicht auf konstante Temperaturen angewiesen sind.

    Stromsparen ist nicht immer einfach. Oft bedeutet dies Einbußen im Komfort oder zusätzlicher Aufwand im Alltag. Dazu kommt, dass es so viele Spartipps gibt, dass man eigentlich gar nicht alle befolgen kann. Vor allem, wenn Sie nicht wissen, ob die Tipps wirklich stimmen. Wir haben einige Energiesparmythen für Sie unter die Lupe genommen und geschaut,  ob sie wirklich helfen können.  

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    Welche Energiesparmythen stimmen nicht?

    "Geräte komplett ausschalten, um Strom zu sparen."

    Grundsätzlich ist es richtig, dass der Stromverbrauch von komplett ausgeschalteten Geräten niedriger ist als von Geräten im Standby-Modus. Eine EU-Regelung gibt aber vor, dass der Stromverbrauch von Geräten im Standby-Modus bestimmte Grenzen nicht überschreiten darf. Seit 2025 liegt diese Grenze standardmäßig bei 0,5 Watt, für Geräte mit einem Display mit Statusanzeige bei 0,8 Watt.

    Auf der Gegenseite führen manche Geräte im Standby-Modus hin und wieder wichtige Updates durch. Wird das Gerät während eines Updates ausgeschaltet, führt das unter Umständen zu Schäden am Gerät.

    Bei einer so niedrigen Einsparung, die sich auch nur minimal auf der Stromrechnung bemerkbar macht, lohnt es sich meist nicht, das Gerät jedes Mal aus- und wieder anzuschalten.

    "Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Strom"

    Das stimmt nicht. Ein voller Kühlschrank verbraucht sogar weniger Strom als ein leerer Kühlschrank. Sobald die Lebensmittel im Kühlschrank einmal abgekühlt sind, funktionieren diese als eigene kleine Kältespeicher, die ihre unmittelbare Umgebung abkühlen. Dadurch muss der Kühlschrank weniger leisten, was den Stromverbrauch reduziert.

    Bei einem leeren Kühlschrank ist der Verbrauch dagegen höher. Grundsätzlich ist der Verbrauch immer dann am höchsten, wenn der Kühlschrank den Innenraum stark herunterkühlen muss. Das passiert beispielsweise dann, wenn die Tür lange offenstand, oder wenn der Kühlschrank gerade neu befüllt wurde. In dem Sinne sollten auch noch warme Lebensmittel nicht in den Kühlschrank gestellt werden. Das führt zu einem höheren Stromverbrauch und im schlimmsten Fall bildet sich dadurch eine Eisschicht, die die Leistung noch weiter reduziert. 

    "Fenster zum Lüften nicht ganz öffnen, sondern nur kippen."

    Wer im Winter zum Lüften das Fenster öffnet, sollte das Fenster nicht auf Kipp stellen. Kurz für etwa 5 – 10 Minuten Stoßlüften ist besser und energiesparender. Das sorgt nämlich für einen schnelleren Luftaustausch. Außerdem kühlt das Zimmer währenddessen nicht so stark ab, wodurch danach weniger Energie verbraucht wird, um das Zimmer wieder zu heizen.

    "Je höher die Heizung aufgedreht ist, desto schneller wird es warm."

    Passend dazu: Die Heizung voll aufzudrehen hat keinen positiven Nebeneffekt. Das Zimmer wird nicht schneller warm, sondern einfach nur wärmer. Während eine Heizung auf Stufe 2 das Zimmer auf etwa 18 Grad erwärmt, bedeutet Stufe 5 meistens etwa 28 Grad Celsius. Die Heizung verbraucht also mehr Energie, weil sie tatsächlich sogar länger braucht, um die Zieltemperatur zu erreichen.

    "Alleinlebende verbrauchen weniger Strom."

    Ja und Nein. Alleinlebende verbrauchen zwar weniger Strom als ein 2-Personen-Haushalt. Aber ein 2-Personen-Haushalt lebt im Durchschnitt energiesparender als zwei 1-Personen-Haushalte. In 2025 verbraucht ein 1-Personen-Haushalt in einer Wohnung im Durchschnitt etwa 1.800 kWh pro Jahr. Ein 2-Personen-Haushalt verbraucht 2.700 kWh pro Jahr. Das ist auch nachvollziehbar. Je größer der Haushalt, desto mehr Personen teilen sich Haushaltsgeräte, die sowieso in jedem Haushalt vorhanden sind wie Kühlschrank oder Waschmaschine. Das ist effizienter, als wenn ein Gerät nur von einer einzigen Person genutzt wird.

    Energiesparmythen: Ein Laptop und andere Geräte sind an eine Mehrfachsteckdose angeschlossen.
    Eine Mehrfachsteckdose mit Schalter kann beim Stromsparen helfen.

    Welche Energiemythen stimmen?

    "Unbenutzte Ladekabel in Steckdosen verbrauchen weiterhin Strom"

    Ja, unbenutzte Ladekabel in Steckdosen verbrauchen immer noch ein wenig Strom. Jedes Ladekabel verbraucht pro Jahr etwa 2,5 kWh. Das ist zwar nicht besonders viel, aber es ist trotzdem leicht vermeidbarer Verbrauch, der keinen Mehrwert hat.

    "Vollbeladene Waschmaschinen und Spülmaschinen sind sparsamer."

    Sind Waschmaschinen und Spülmaschinen vollbeladen, verbrauchen sie nicht direkt weniger Strom, aber sie arbeiten deutlich effizienter als leere oder nur halbvolle Geräte. Trotzdem gilt: Waschmaschinen sollten nicht komplett bis zum Rand vollgestopft werden. Laut Faustregel sollte oberhalb der Wäsche noch Platz für eine aufrechte, gespreizte Hand sein. Gleichzeitig verbraucht ein Waschgang mit zu wenig Wäsche unnötig viel Strom und Wasser und unter Umständen wird die Wäsche auch nicht so sauber wie gewünscht. Für die ideale Füllmenge sollten Sie sich nach den Herstellerempfehlungen richten. Meistens ist die beste Füllmenge aber zwischen 2/3 und 3/4 der Trommel. 

    Außerdem: Nicht jede Wäsche muss bei 60 oder 90 Grad gewaschen werden, meist reichen auch 30 oder 40 Grad. Das spart nicht nur Strom, sondern ist auch schonender für die Wäsche und macht sie langlebiger. ABER: Nach ansteckenden Krankheiten sollten Sie die Wäsche auf jeden Fall mit 60 Grad oder sogar mehr waschen, um auch alle Bakterien und Keime loszuwerden.

    "Duschen ist sparsamer als Baden."

    Das klingt erstmal nicht wirklich überraschend. In eine durchschnittliche Badewanne passen etwa 150 bis 180 Liter Wasser. Durch einen durchschnittlichen Duschkopf laufen dagegen etwa 12 – 15 Liter Wasser pro Minute (mit einem Sparduschkopf ist der Verbrauch niedriger – teilweise sogar nur 6 Liter pro Minute). 

    Je nach Wasserverbrauch können Sie also etwa 10 bis 12 Minuten duschen und durchgehend das Wasser laufen lassen, bevor ein Bad sparsamer ist. Mit einer Sparduschbrause haben Sie etwas mehr Zeit: Dann sind es sogar bis zu 25 Minuten bevor Sie sparsamer in der Badewanne entspannen könnten.

    "Herdplatte und Backofen vorheizen ist nicht notwendig."

    In vielen Fällen stimmt das. Sie müssen Backofen und Herdplatten nicht immer vorheizen, oder zumindest nicht komplett vorheizen. Oft reicht es auch, wenn Sie das Gericht schon während des Vorheizens in den Backofen schieben.  

    Um noch etwas mehr Strom zu sparen, können Sie ebenso Herd und Backofen schon ausschalten, bevor das Gericht fertig ist und für die verbleibende Zeit die Restwärme des Geräts nutzen.  

    Das gilt natürlich nicht für alle Gerichte, empfindliche Teigmassen brauchen konstantere Temperaturen, damit sie nicht zusammenfallen. Bei Biskuitteig, Blätterteig oder Brandteig sollten Sie auf jeden Fall warten, bis der Backofen fertig vorgeheizt ist.

    "Computer sind heutzutage stromsparender als früher."

    Auch hier ist die Antwort wieder: Ja und Nein. Während die meisten Computer und Laptops heutzutage energieeffizienter sind als ältere Modelle, gilt das auf keinen Fall für alle Modelle. Besonders Gaming-PCs sind wahre Stromfresser, sie verbrauchen teilweise bis zu 700 kWh Strom pro Jahr. Das liegt vor allem an der energieintensiven Technologie, die darin verbaut ist. Am meisten verbrauchen dabei Grafikkarten und Prozessor. Vor allem modernere, leistungsfähige Grafikkarten sind besonders stromhungrig.

    Maite Helms
    Autor
    PR & Content Managerin
    Zum Autorenprofil →
    Veröffentlicht: 15. August 2025
    Zuletzt aktualisiert: 08. Juni 2026
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