Ab 2025 beginnt das sogenannte Smart Meter Rollout. Das heißt jeder Haushalt mit einem Verbrauch von über 6.000 kWh pro Jahr muss ein intelligentes Messsystem als Stromzähler einbauen. Bis 2032 sollen in Deutschland flächendeckend Smart Meter zum Einsatz kommen. Smart Meter kommunizieren selbstständig mit den Energieversorgern, helfen aber auch den Haushalten dabei, Strom zu sparen bzw. die Stromrechnung zu senken. Diese Zähler können einfacher Stromfresser im Haushalt erkennen und die Bewohner darauf hinweisen. Außerdem sind sie notwendig, um einen dynamischen Stromtarif nutzen zu können.
Wer seinen Stromverbrauch minimiert, kann nicht nur viel Geld sparen, sondern leistet ebenso einen notwendigen persönlichen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. Schließlich wird auch heute noch viel Energie durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe erzeugt. Beim Schutz unserer Umwelt kommt technologischen Innovationen eine Schlüsselrolle zu – eine solche Vorrichtung ist ein sogenannter Smart Meter. Aber was ist ein sogenannter intelligenter Zähler? Für wen lohnt sich der Einbau? Und was sind die Vorteile?
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Update 10. Juni 2025: Smart Meter Rollout
Seit Januar 2025 läuft das Smart Meter Rollout in Deutschland. Das bedeutet, dass nach und nach immer mehr Haushalte verpflichtend ein Smart Meter (bzw. ein intelligentes Messsystem, auch iMSys) bekommen. Vorerst gilt das nur für Verbraucher mit einem Jahresverbrauch zwischen 6.000 und 100.000 kWh pro Jahr. Der Messstellenbetreiber informiert betroffene Haushalte mindestens drei Monate im Voraus, wann der Zähleraustausch stattfinden soll. Bis 2030 soll das Rollout zu 95 Prozent abgeschlossen sein und bis 2032 sollen Smart Meter schließlich flächendeckend in Haushalten und Unternehmen vorhanden sein und weitgehend Standard für Stromzähler werden. Ein Smart kostet je nach Verbrauchergruppe unterschiedlich viel:
- Für Haushalte, die verpflichtend ein Smart Meter brauchen, ist der Einbau kostenlos.
- Haushalte, die freiwillig ein Smart Meter einbauen wollen, zahlen aktuell maximal 100 Euro. Bis Februar 2025 lagen diese Kosten noch bei 30 Euro.
Unter Umständen fallen noch zusätzliche Kosten an, wenn der Zählerschrank aufgerüstet werden muss. Diese Kosten zahlt der Eigentümer. Außerdem fallen auch noch nach Einbau laufende Kosten an. Wer im Jahr weniger als 10.000 kWh verbraucht, zahlt höchstens 40 Euro pro Jahr (bis Februar 2025 noch 20 Euro pro Jahr). Wer eine steuerbare Verbrauchseinrichtung hat, zahlt im Jahr 50 Euro.
Von den rund 53 Millionen Messstellen in Deutschland ist bisher in 2025 nur ein Bruchteil vom Pflichteinbau betroffen, nur etwa 4.6 Millionen (rund 8,6 Prozent). Von diesem Anteil waren zum 31. Dezember 2024 bereits knapp 650.000 Smart Meter eingebaut, also etwa 14 Prozent des ersten Jahresziels. Mit Blick auf alle Messstellen in Deutschland, auch die, die noch nicht unter den Pflichteinbau fallen, so ist der Anteil an intelligenten Messsystemen geringer: Von 53 Millionen Messstellen hatten zum 31. Dezember nur etwa 1.6 Millionen bereits ein Smart Meter, also ungefähr 2,18 Prozent. Deutlich mehr Messstellen waren zu dem Zeitpunkt mit einem digitalen Stromzähler ausgestattet: 25,5 Millionen und damit immerhin fast 50 Prozent aller Messstellen in Deutschland.
Die EU sah so ein Smart Meter Rollout bereits 2009 als Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende. Während Deutschland jetzt erst damit beginnt, diese flächendeckend einzubauen, sind andere EU- und EWR-Länder bereits deutlich weiter. In den skandinavischen Ländern Dänemark, Schweden und Norwegen waren Smart Meter bereits 2023 zu nahezu 100 Prozent verbaut. Auch Spanien, Italien, Finnland und Frankreich hatten zu dem Zeitpunkt bereits in mehr als 90 Prozent aller Haushalte ein intelligentes Messsystem.
Kommunikation zwischen Verbraucher und Energieversorger: Das zeichnet ein Smart Meter aus
Jedes Jahr wieder den Zählerstand ablesen – diese mühsame Prozedur kennt wohl jeder Verbraucher. Die relevanten Zahlen finden sich in den meisten Gebäuden noch auf einem analogen Zähler, dem sogenannten Ferraris-Zähler. Das soll sich schon bald ändern: Bis 2032 soll jeder Haushalt mit einem digitalen Stromzähler ausgestattet werden.
Doch Achtung: Das ist nicht dasselbe wie ein intelligenter Stromzähler, oftmals auch als Smart Meter bekannt. Was verbirgt sich also hinter diesem Begriff?
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Ein intelligenter Zähler besteht aus zwei Komponenten:
- 1Digitaler Zähler: Hierbei handelt es sich um mehr als nur einen Analogzähler mit Display. Während herkömmliche Vorrichtungen nur den aktuellen Zählerstand notieren, zeigen elektronische Stromzähler sämtliche aktuelle Verbrauchsdaten an. So lassen sich Verbrauchswerte beispielsweise auch nach Tag, Woche oder Monat speichern und anzeigen.
- 2Kommunikationseinheit (Smart-Meter-Gateway): Erst ein solches Kommunikationsmodul macht einen digitalen Stromzähler tatsächlich zu einem Smart Meter. Das Gateway ist mit einer gesicherten externen Schnittstelle verbunden und kann sämtliche Daten bündeln, weiterverarbeiten und übertragen. So kommuniziert es mit anderen Marktteilnehmern, zum Beispiel mit dem Netzbetreiber.
Diese Möglichkeit zur Kommunikation von Messdaten ist es also, welche die Funktionsweise eines Smart Meters auszeichnet. Umfragen zufolge ist aktuell etwa die Hälfte der Bevölkerung grundsätzlich an einem intelligenten Zähler interessiert – für einen Normalbürger ist dieser momentan allerdings nur von eingeschränktem Nutzen, denn effektiv ist ein Smart Meter erst bei größerem Energieverbrauch. Deswegen ist dieser gesetzlich für Stromkunden mit einem Jahresverbrauch von unter 6.000 kWh nicht vorgesehen bzw. nur optional.
Anders sieht es mit digitalen Stromzählern aus: Diese sind für alle Verbraucher obligatorisch, bis 2032 sollen alle analogen Zähler ersetzt worden sein. Bei Bedarf können diese jedoch stets zu einem Smart Meter aufgerüstet werden, schließlich muss hierfür lediglich ein Gateway hinzugefügt werden. Für Gaszähler gibt es eine solche Regelung noch nicht.

Erhöhung der Energieeffizienz: Vorteile intelligenter Zähler für Strom und Gas
Dem flächendeckenden Einbau von digitalen Messgeräten liegt das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) zugrunde, genauer gesagt das hierin enthaltene Messstellenbetriebsgesetz (MsbG). Damit will der Bund auf die Herausforderungen der bevorstehenden Energiewende reagieren, die auch entsprechende Investitionen in neuere Messtechnik erfordert.
Um den Bedarf und die Nutzung von Energie präziser messen und steuern zu können, wird ein reaktives und intelligentes Stromnetz (Smart Grid) benötigt, bei dem sämtliche Akteure des Energiesystems miteinander verbunden sind und sich gegenseitig Informationen liefern. Zu diesen Akteuren gehört natürlich auch die Nutzerseite – gerade deshalb sind intelligente Zähler für eine erfolgreiche Energiewende unabdingbar.
Doch wie lässt sich so konkret Energie sparen? Wir haben einige Vorteile eines Smart Meters aufgezählt:
- Information und Transparenz: Gezielt Strom sparen geht nur, wenn man auch den eigenen Verbrauch genau kennt. Zu welchen Tageszeiten verbrauche ich besonders viel Strom? Welche Geräte sind Stromfresser? Ein Smart Meter gibt auf solche Fragen eine Antwort.
- Integration: Ein Smart Meter ist idealerweise in ein Smart Home-System integriert. So können etwa Haushaltsgeräte per Smartphone oder PC reguliert werden – mit einem Knopfdruck wird der aktuelle Verbrauch überprüft. Darauf reagiert dann der Nutzer.
- Automatisierung: Oftmals muss man als Verbraucher überhaupt nichts tun. Sobald entsprechend eingestellt, übernimmt das System alle Energiespartätigkeiten von allein. Zudem entfällt auch der jährliche Gang zum Zähler, die Daten werden automatisch übermittelt. Besonders praktisch: Auch Gas, Wasser oder Fernwärme lassen sich so ablesen, denn Smart Meter sollen sämtliche Verbrauchswerte vereinen.
Bei Großkunden (also zum Beispiel Unternehmen) sind intelligente Energiezähler ohnehin seit geraumer Zeit gang und gäbe. Analog dazu sind Smart Meter auch für Privathaushalte mit großem Verbrauch überaus nützlich: Laden Sie Ihr Elektroauto zuhause auf? Speisen Sie Energie über eine Kleinwindanlage ein? Haben Sie eine Wärmepumpe? Dann nutzen Sie ausgeklügelte Energiesysteme, die insbesondere von einem Smart Meter profitieren. Zusammen mit einer effektiven Dämmung, die sich bei Ihrem Eigenheim im Energieausweis bzw. in der Energieeffizienzklasse bemerkbar macht, lässt sich so viel Energie und Geld sparen.

Smart Meter unterliegen strengen Auflagen für Datenschutz und Cybersicherheit vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Datenschutz und Zusatzkosten: Legitime Bedenken?
Trotz der nachweisbaren Vorteile beäugen viele Verbraucher intelligente Stromzähler dennoch mit Skepsis. Gerade Datenschutzbedenken werden oftmals als Gegenargument angeführt. Daher gibt das Messstellenbetriebsgesetz genau vor, wie Smart Metering datenkonform durchzuführen ist.
Ganz wichtig: Das Smart-Meter-Gateway gibt Daten nur anonymisiert oder pseudonymisiert ins Netz, und das auch nur an berechtigte Empfänger. Ebenso dürfen diese Daten lediglich nur für klar definierte Zwecke und an berechtigte Empfänger übermittelt werden, dies wird ausdrücklich im Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende geregelt. Nachdem die Messwerte für energiewirtschaftlich nötige Zwecke weiterverarbeitet wurden, werden sie dauerhaft gelöscht.
Um die erforderliche notwendige virtuelle Sicherheit zu garantieren, stellt das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gesonderte Schutzprofile her – rein theoretisch lässt sich bei digitalen Anwendungen ein Hackerangriff aber natürlich nie hundertprozentig ausschließen.
Der Kostenpunkt von digitalen oder intelligenten Stromzählern ist vom eigenen Stromverbrauch abhängig. Generell gilt: Der Einbau eines Zählers wird vom zuständigen Messstellenbetreiber durchgeführt. Eine Smart Meter-Pflicht gibt es erst bei einem Jahresverbrauch jenseits der 6.000 kWh, ein digitaler Stromzähler kann überhaupt nicht abgelehnt werden.
Folgende Preisdeckelungen sind gesetzlich festgeschrieben:
- digitaler Stromzähler (< 6.000 kWh): max. 20 Euro/Jahr
- Smart Meter (6.000-10.000 kWh): max. 100 Euro/Jahr
- Smart Meter (10.000-20.000 kWh): max. 130 Euro/Jahr
- Smart Meter (20.000-50.000 kWh): max. 170 Euro/Jahr
- Smart Meter (50.000-100.000 kWh): max. 200 Euro/Jahr
Ein Smart Meter kann seine Kosten durch eine höhere Energieeffizienz im Idealfall wieder kompensieren – das gilt allerdings nur bei einem hohen Verbrauch und intelligenten Stromsparsystemen wie etwa einem Smart Home. Gerade deshalb ist der Einbau für die meisten Haushalte nur optional, die Kosten liegen dann bei bis zu 60 Euro. Zumindest aktuell rentiert sich ein Smart Meter für Normalverbraucher in der Regel also nicht. Diese fünf Gadgets hingegen können Sie jetzt schon beim Energiesparen unterstützen.
In Zukunft könnten intelligente Messsysteme aber allen Verbrauchern zugutekommen, erlauben sie doch sogenannte dynamische Stromtarife: Hier ist der Strompreis flexibel und ändert sich während des Tages – während lastarmer Nutzungszeiten wie etwa nachts wäre Strom billiger. Kunden können dann Verträge abschließen, die zu ihrem Verbrauchsverhalten passen, und so viel Geld einsparen – nebenbei wird das gesamte Stromnetz weniger belastet bzw. effizienter genutzt.

