Explodierende Einkaufspreise erschüttern den Energiemarkt, viele Anbieter gehen pleite. Ein prominenter Fall war Stromio, das 2021 einen Lieferstopp ankündigte – betroffen sind Hunderttausende Kunden. Solche Pleiten häufen sich, und Verbraucher sind zunehmend verunsichert. Was steckt dahinter? Müssen Sie um Ihre Stromversorgung bangen? Und was tun, wenn Ihr Anbieter ausfällt? Wir klären die wichtigsten Fragen.
Chaos auf dem Markt: Rückblick zur Energiekrise
Bei Energie handelt es sich um eine Ressource, die ähnlich wie andere Güter erst auf dem freien Markt eingekauft werden muss, ehe sie an Haushalte weitergegeben werden kann. Für Stromanbieter oder auch Gasanbieter bedeutet das im Konkreten: Sie müssen Strom oder Erdgas einkaufen, und zwar an der Leipziger EEX-Börse (European Energy Exchange).
Genauso wie bei einer Finanzbörse fluktuieren die dortigen Preise von Tag zu Tag. Lange Zeit lag der Großhandelspreis für Strom bei etwa 40 bis 60 Euro pro Megawattstunde – bis zum Jahr 2021, als es plötzlich zu einem Kurssprung von beispiellosem Ausmaß kam. Schon im Herbst hatte sich der Einkaufspreis an der Strombörse vervielfacht und einen Wert von knapp 150 EUR/MWh erreicht.
Kurz vor Silvester erreichte die Preisschraube dann ihren vorläufigen Höhepunkt: Im Day-Ahead-Handel, wo Strom kurzfristig für den Folgetag eingekauft wird, kletterte der Kurs auf einen Rekordwert von ungefähr 620 EUR/MWh. Zum Jahresbeginn 2022 hat sich die Lage etwas entspannt, doch der Großhandelspreis blieb bei ungefähr 200 EUR/MWh – eine im historischen Kontext weiterhin astronomisch hohe Zahl.
Die Ursachen für diese urplötzliche Kostenexplosion sind vielfältig – das sind die vier wichtigsten Gründe:
- 1Die sich unerwartet schnell erholende Wirtschaftslage nach der Corona-Pandemie hat zu einer rapiden Erhöhung der Stromnachfrage geführt, vor allem auf den asiatischen Markt, wo ohnehin stetig wachsender Bedarf nach Energie besteht. Das treibt die Preise für fossile Brennstoffe (Gas, Öl, Kohle) in die Höhe.
- 2Hinzu kommen steigende CO2-Abgaben. Gerade CO2-Zertifikate haben sich in der gesamten Europäischen Union massiv verteuert, dadurch steigt der Gaspreis weiter an.
- 3Sorgen bereitet zudem der womöglich bevorstehende militärische Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Russland ist zentraler Energielieferant. Deutschlands befindet sich zusätzlich seit geraumer Zeit im Zwist mit der Europäischen Union. Dabei geht es um die Pipeline Nord Stream 2, deren Inbetriebnahme wurde von Bundeskanzler Scholz fürs Erste gestoppt.
- 42021 war ein überaus wind- und solararmes Jahr. Erneuerbare Quellen lieferten deutlich weniger Energie als in den Jahren zuvor, dadurch mussten kostspielige Kohle- oder Gaskraftwerke vermehrt angezapft werden.
Derartige Risikofaktoren schüren nur die ohnehin schon vorherrschende Unsicherheit auf dem Strommarkt. Hohe Energiepreise und vor allem Strompreise sind die Folge. Das bekommen auch Kunden zu spüren, denn die höheren Einkaufskosten geben Versorgerunternehmen oftmals direkt an die Verbraucher weiter.
Jedes Jahr sparen
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Wieso gehen manche Stromversorger insolvent?
Strom an der Börse einkaufen und anschließend an den Kunden liefern – dieses Modell funktioniert nur, wenn die notwendige monetäre Liquidität für die Energiebeschaffung besteht. Die in die Höhe schießenden Großhandelspreise für Strom haben viele Versorgungsunternehmen kalt erwischt und in finanzielle Nöte manövriert. Während manche Anbieter schlichtweg Stromverträge kündigen, um ihre Zahlungsfähigkeit sicherzustellen, ist in manchen Fällen selbst dieser radikale Schritt nicht genug. Folge: Kompletter Lieferstopp oder gar Insolvenz.
Betroffene Stromversorger sind u.a.:
- Dreischtrom
- EHM Energiehandel Mueller
- enqu
- Enyway
- Fulminant Energie
- HBL Nord-Energie
- Kehag Energiehandel
- Lition Energie
- Neckermann Strom
- Otima Energie
- Smiling Green Energy
Während Großkonzerne die nötigen Mittel besitzen, um den Preisanstieg abzufedern, werden kleine und mittelgroße Energielieferanten besonders hart von den steigenden Börsenpreisen getroffen. Besonders prekär ist die Lage für Unternehmen, die viele Langzeitverträge mit Kunden abgeschlossen hatten, die oftmals auch Preisgarantien beinhalten: Durch diese fixierten Tarife fehlen dann die Optionen, um die erhöhten Einkaufskosten durch angepasste Verkaufspreise auszugleichen.
Ein Sonderfall sind zudem selbsternannte „Stromdiscounter“, prominentester Fall ist hierbei Stromio. Diese boten Energie zu Dumpingpreisen an, indem sie diese kurzfristig zu niedrigeren Preisen einkauften, und somit attraktivere Tarife anbieten konnten als Großversorger, die ihren Strom üblicherweise bereits im Voraus im Zuge einer langfristigen (aber teureren) Beschaffungsstrategie erwarben. Diese Methode funktionierte angesichts der Strompreisentwicklungen während der Energiewende nicht mehr, da sie nicht profitabel genug war. 2026 existiert das Geschäftsmodell wieder – aber in einer veränderten und weniger extremen Form. Durch einen Wechsel von kurz- und langfristigem Einkauf sowie kürzeren Preisgarantien gibt es ein besseres Risikomanagement.
Ausgezeichneter Stromwechselservice
Mein Stromanbieter ist pleite – was nun?
Die Energieversorgung ist ein staatlich garantiertes Grundrecht. Trotz unvorhersehbaren Marktentwicklungen und Unsicherheiten können wir Ihnen eine Sorge definitiv nehmen: Ihre Energieversorgung ist in jedem Fall gesichert.
Sollte Ihr Versorger insolvent gehen oder die Lieferung einstellen, springt automatisch der örtliche Grundversorger ein, und zwar sofort. Somit gibt es keine Übergangszeit, in der Sie wortwörtlich im Dunkeln sitzen müssen. Dieses Modell nennt sich Ersatzversorgung und dauert drei Monate – haben Sie danach noch keinen neuen Anbieter gefunden, übernimmt sie Ihr Grundversorger und schließt selbstständig einen Grundversorgungsvertrag ab. Solange Sie all Ihren Zahlungen nachgekommen sind, gibt es keine rechtliche Basis für eine Einstellung der Energiebelieferung.
Selbst wenn der eigene Energieversorger pleite ist, empfiehlt sich zur Sicherheit die zusätzliche Kündigung des Stromvertrags; das gilt natürlich besonders in der Causa Stromio, denn das Unternehmen ist noch nicht insolvent, sondern hat lediglich die Belieferung mit Strom eingestellt. Unklar ist hingegen, wie es sich mit der Rückzahlung überschüssiger Abschläge sowie der Auszahlung von Bonusprämien verhält – entsprechende Ansprüche können Sie durchaus anmelden, doch gerade wenn das betroffene Unternehmen tatsächlich bankrott ist, sind die Erfolgschancen überschaubar.

Wie finde ich einen neuen Stromversorger?
Wir halten also fest: Auch wenn Ihnen Ihr Stromversorger kündigt oder wenn Ihr Energielieferant insolvent geht, werden Sie nicht vom Stromnetz genommen. Stattdessen versorgt Sie nun der lokale Grundversorger, in der Regel handelt es sich dabei um die örtlichen Stadtwerke.
Teure Neukundentarife bei Grundversorgern
Das Problem: Genau diese Grundversorgung ist in der Regel deutlich teurer als ein Stromvertrag, den Sie sich unter vielen Anbietern auf dem freien Markt ausgesucht haben. Grundversorger haben gegenwärtig zudem dasselbe Problem wie insolvente Stromanbieter, denn sie sind rechtlich dazu verpflichtet, dazustoßende Kunden mit Elektrizität zu versorgen. Diesen zusätzlichen Strom müssen sie wiederum auf dem Markt beschaffen, und das geht aktuell nur zu überteuerten Kosten.
Um das wettzumachen, greifen viele Versorger auf enorme Preiserhöhungen zurück. Diese beziehen sich in der Regel aber nicht auf Bestandskunden, stattdessen werden horrende Neukundentarife eingeführt. Betroffen sind dann vor allem Haushalte mit geringem Einkommen, denn diese waren aufgrund mangelnder finanzieller Mittel überhaupt erst dazu gezwungen gewesen, Verträge mit Energiediscountern abzuschließen.
Diese Preispolitik ist moralisch durchaus bedenklich, drei Grundversorger wurden hierfür bereits von der Verbraucherzentrale abgemahnt. Zu erwähnen ist allerdings gleichzeitig, dass in manchen Fällen der Grundversorgungstarif tatsächlich die billigste Option darstellt, denn diese werden nur einmal im Jahr angepasst und spiegeln deswegen oftmals noch nicht die neue Marktrealität wider.
Regelmäßig Preise vergleichen: So sparen Sie Geld
Wenn Sie aktuell Energie von Ihrem Grundversorger beziehen, beträgt die Kündigungsfrist lediglich zwei Wochen, ein Stromwechsel geht somit schnell vonstatten. Ähnlich verhält es sich, wenn Ihr aktueller Anbieter die Preise erhöht hat – dann steht Ihnen kurzfristig ein Sonderkündigungsrecht zu.
Umso wichtiger ist es deswegen, dass Sie regelmäßig einen Stromvergleich durchführen und überprüfen, ob es günstigere Alternativen zu Ihrem Energietarif gibt. Benutzen Sie dazu etwa unseren Preisrechner: Einfach Ihre aktuellen Konditionen sowie Ihre Postleitzahl eingeben, und wir finden für Sie automatisch den günstigsten Vertrag in Ihrer Region und geben zudem Ihre maximale Ersparnis an.
Stabilere Lage in den Jahren nach der Energiekrise
Der Strommarkt und Preise für Strom und Gas werden weiterhin durch politische Konflikte beeinflusst, haben sich aber nach der Energiekrise wieder stabilisiert. Nach 2023 lassen sich sinkende Strompreise beobachten, was unter anderem an dem Ausbau von erneuerbaren Energien und staatlichen Zuschüssen zu Netzentgelten liegt. Gleichzeitig steigt die Volatilität des Strommarkts. Bei viel Wind und Sonne sind die Preise sehr niedrig – in Zeiten mit wenig Wind und Sonne kann der Strompreis zeitweise stark ansteigen.
Daneben wurde im Juli 2022 die EEG-Umlage abgeschafft und die Förderung erneuerbarer Energien wird seitdem aus dem Bundeshaushalt finanziert. Das sorgt in vielen Haushalten für geringere Energiekosten.
Auch Insolvenzen von Stromanbietern sind deutlich seltener geworden, da auf ein besseres Risikomanagement geachtet wird und die Großhandelspreise insgesamt gesunken sind.
Mit WECHSELPILOT in 4 Schritten zum besten Tarif
Um so wenig wie möglich für Strom zu zahlen, sollten Sie jährlich in den günstigsten Tarif wechseln. Das ist allerdings durchaus mit Stress und weiteren Mühen verbunden – falls Sie also nicht nur Geld, sondern auch Zeit sparen wollen, dann bietet sich ein Wechseldienst an.
WECHSELPILOT findet für Sie automatisch den besten Stromvertrag und kümmert sich zudem um Ihren Papierkram und die gesamte Kommunikation mit dem Versorger. Damit ist ein billiger Vertrag garantiert, und zwar ohne großen Aufwand. So funktioniert es:
- 1Ersparnis berechnen
Füllen Sie unseren Stromrechner oder Gasrechner aus, indem Sie ihre aktuellen Vertragskonditionen eingeben. Wir geben Ihnen dann sofort an, wie viel Geld Sie mit einem neuen Tarif einsparen könnten. - 2Tarifvorschlag ansehen
Melden Sie sich bei uns an, und wir schlagen Ihnen die drei besten Tarife vor – natürlich unverbindlich. - 3Persönliche Daten angeben
Nutzen Sie unseren Wechselservice und geben Sie Ihre Daten ein. Damit haben wir dann alle Informationen, um Sie automatisch in Ihren Wunschtarif zu wechseln – um den gesamten Wechselprozess vom alten zum neuen Versorger übernehmen wir dabei vollständig. - 4Jahr für Jahr sparen
Wir überprüfen fortan jedes Jahr ihren Tarif und melden uns automatisch vor dem nächsten Wechseltermin bei Ihnen!















